Luxemburg–Rothaarsteig

226 MAL

Getrennt marschieren, vereint schlagen. So sollten die „Festungen“ Luxembourg und Rothaarsteig genommen werden.
Der Plan wäaere fast aufgegangen, leider aber eben nur fast.
Und es hatte doch so gut angefangen.
Ausgeruht und guten Mutes fuhren wir ( Hermann Josef,Gaby, Marianne u. Geli—Geli trafen wir auf der Autobahn ) am Samstagnachmittag durch die Eifel Richtung Luxembourg.
Das Wetter war im Gegensatz zum Tag vorher recht ordentlich, halt marathonmäßig ! Nachdem unser Navigatitionsgerät in Luxembourg doch erhebliche Orientierungsprobleme hatte, mussten wir auf altbewaehrte Mittel zurueckgreifen—anhalten, gucken, noch mal gucken, nach dem Weg fragen, um dann doch in die falsche Richtung zu fahren. Entsprechend lange zog sich die Fahrt letztendlich bis zum endgueltigen Ziel hin.Aber wir trafen trotzdem noch rechtzeitig ein um in Ruhe alle notwendigen Vorbereitungen fuer den 1. Luxenbourger Marathon zu treffen.
Um Punkt 18:00 Uhr ging es mit den Halbmarathonis und den Team-Laeufern dann auf die Strecke. ( ca. 5.000 Leute insgesamt )
Die Strecke fuehrte in etwa 1 Million Boegen und Kurven ausschliesslich durch Luxembourg Stadt. Und obwohl das Wetter nun wirklich nicht „sunny“ war, zeigte sich die Stadt von Ihrer schoensten Seite. Aber so schoen auch Luxembourg Stadt ist, das schoenste an Ihr sind trotzdem die Einwohner. Nicht das diese Einwohner schoener, groesser oder sonst wie besser geraten waeren als wir oder irgendein anderer Einwohner irgendeines Landes. Nein, es ist die Sprache dieser Luxembourger. Man muss sie gehoert haben. Das Luxembourgische ( anscheinend eine wilde Mischung aus Schwitzerduetsch,elsaessisch,franzoesisch und Deutsch ) klingt einfach traumhaft. Und das beste dabei ist: Man versteht kein Wort,nichts, rien,nothing. Ja mal ein Brocken, ein Wort; aber einen Zusammenhang,nichts. Und trotzdem hoert man so gerne zu !!!
Aber wir wollten ja vom Marathonlauf berichten.
Bei der Abgabe der Kleiderbeutel verloren wir leider Geli aus den Augen und fanden sie bis zum Start auch nicht mehr. Somit musste Geli die 42,195 km alleine in Angriff nehmen. Und obwohl Geli in den letzten Wochen doch tuechtig Probleme mit der Atmung hatte ( Allergie ) und nicht wie gewohnt trainieren konnte, beendete sie den Lauf in fantastischen 4 Std. 11 Minuten. Sie belohnte sich selber fuer diese tolle Leistung mit einem ausgiebigen Besuch im Discozelt des Marathonausrichters. Laut BND wurde Geli beim Antritt der Heimreise gegen 03:30 in einer Tiefgarage in Luxembourg beobachtet, als sie ihren dort abgestellten Wagen aufschloss.
Gaby, Hermann Josef und ich hatten uns eine Zeit von ungefaehr 5 Std. zum Ziel gesetzt und so teilten wir uns das Rennen entsprechend ein. Ein Tempo von 6:30 bis 7 Minuten pro Kilometer ließ uns den Lauf dann auch wirklich genießen und wir konnten die Schoenheit der Stadt in aller Ruhe bewundern. Und als dann gegen 22:30 die Dunkelheit anbrach, bekam der Marathon noch eine besonders romantische Stimmung durch die vielen wunderschoen indirekt beleuchteten Gebaeude. Die letzten Meter der Marathonstrecke wurden dann durch „bengalische“ Lichter geradezu illuminiert und ganz zum Schluss ging es dann ueber einen roten Teppich in die Großsporthalle Cocque mit einer Zuschauerkapazitaet von 5.000 ( die waren leider bei unser Ankunft gegen 23:00 Uhr nicht mehr ganz in der Halle, aber so um die 60 Leute haben uns doch noch begeistert empfangen; na ja, vielleicht sind 60 leicht übertrieben, aber viel weniger waren es nicht. Ganz ehrlich !! )
Also, die Festung Luxembourg war somit genommen. Leider waren die versprochenen ( und auch von uns gesehenen ) Whirlpools schon geschlossen. Da es dann auch noch anfing laenger und ergiebiger zu regnen, entschlossen wir uns, doch schneller als geplant, die Fahrt nach Winterberg anzutreten.
Und genau diese Fahrt durch die Nacht (Beginn 01:30) hatte es in sich. Gaby uebernahm das Steuer und unser Navigationsgeraet das Kommando. Und zurueck ging’s wieder durch die Eifel, Richtung Koeln und dann weiter in das Sauerland.
Der nun staerkere Regen plus die regelmaessig nachts vorkommende Dunkelheit erschwerte die Rueckreise doch ungemein. Leider fand sich auf den ersten Kilometern Autobahn auch keine offene Raststaette und somit konnten wir erst nach ca. 1 Std. Fahrt mitten in der Eifel eine Pause einlegen um in einer Raststaette unseren Hunger zu stillen. Naja und danach waren wir nicht unbedingt wacher. Trotzdem, noch war der Wille da, die 2. Festung Rotharsteig zu stuermen und so fuhren wir weiter Richtung Sauerland. Bei Wuppertal uebernahm ich von Gaby das Steuer, das Kommando blieb weiterhin beim Navigatitionsgeraet.
Gegen 05:00 erreichten wir dann endlich Winterberg. Die Schoenheit dieser waldreichen Gegend um Winterberg blieb uns leider zu diesem Moment noch verschlossen. Zu uebermuedet, zu kaputt waren wir in diesem Moment. Also „wir“ stimmt auch nicht so ganz, es war wohl mehr Hermann Josef und meine Wenigkeit, die nicht so ganz motiviert waren, bei diesem Wetter einen Crosslauf(Schlammschlacht)zu bewaeltigen, Gaby erschien uns doch ziemlich fit und stark. Gegen 06:00 fuehrte uns der Weg zum Organisationsbuero des Rothaarsteigmarathons.
Erste Zweifel, ob wir den Lauf ueberhaupt in Angriff nehmen sollten, machten sich breit. Der fehlende Schlaf aber auch die schlechte Wetterlage (starker Wind, Regen ,10Grad) machten uns nun doch tuechtig zu schaffen. Schliesslich entschlossen wir uns, die Erstuermung des Rothaarsteigmarathons abzublasen. Obwohl Gaby sicher Kraft und Lust hatte, den 2. Marathon in 24 Std anzupacken und auch durchzuziehen, zeigte sie sich spontan solidarisch und verzichtete auf den Lauf. ( so ist sie halt, unsere Gaby!! )
Hermann Josef uebernahm das Steuer und wir suchten nach etwas Besonderem… als Entschaedigung und als Wiedergutmachung für unseren geschundenen Koerper. Und man soll es nicht glauben, um genau 07:00 am Sonntagmorgen, traten wir in ein modernes wunderschoenes Cafe in irgendeinem kleinen Sauerlandstaedtchen ein und goennten uns ein fuerstliches Fruehstueck.
Danach ging es gut gestaerkt und auch ein wenig erleichtert Richtung Bedburg. Beziehungsweise es sollte Richtung Bedburg gehen. Allerdings meinte unser Kommandeur (Navigatitionsgeraet ), es waere klueger und auch viel amuesanter, statt ueber die Autobahn direkt und schnell nach Bedburg zu fahren, es doch uebers platte Land durch Sauer- und Bergisches Land zu versuchen. Nichts desto trotz, wir erreichten Bedburg rechtzeitig genug um puenktlich um 14:00 den Start zum Formel 1 Lauf in Monte Carlo zu ……. verschlafen.